Ziele und Indikatoren: Nachhaltigkeit wird für NRW messbar

Die NRW-Nachhaltigkeitsstrategie ist ein Zukunftskonzept für das Land, mit dem die „Enkelfähigkeit“ der Landespolitik gesichert werden soll. Kern der Strategie ist ein Ziel- und Indikatorensystem für sieben Schwerpunktfelder und 19 Handlungsfelder, die das ganze Spektrum der Landespolitik umfassen.

 

Der folgende Text entstammt der NRW-Nachhaltigkeitsstrategie von Juni 2016. Die Landesregierung plant, diese Strategie im Jahr 2018 weiterzuentwickeln.

Nicht nur für die sieben Schwerpunktfelder, sondern für alle 19 Handlungsfelder der NRW-Nachhaltigkeitsstrategie wurden Ziele definiert. Für viele Themen wurden darüber hinaus Indikatoren zur Messung der Zielerreichung festgelegt. Im Rahmen anderer Landesstrategien und -politiken vereinbarte Ziele und Indikatoren wurden dabei zugrunde gelegt.

Orientierung an nationalen und internationalen Nachhaltigkeitszielen

Um die Anschlussfähigkeit an die Nachhaltigkeitspolitik auf internationaler, europäischer und Bundesebene und in anderen Bundesländern sicherzustellen, orientieren sich die Ziele und Indikatoren der NRW-Nachhaltigkeitsstrategie weitgehend an den Zielen und Indikatoren der Nationalen Nachhaltigkeitsstrategie sowie dem Indikatorenbericht zur nationalen Nachhaltigkeitsstrategie aus dem Jahr 2014. Für einige der auf Bundesebene verwendeten Indikatoren liegen allerdings keine länder- und damit NRW-spezifischen Daten vor. Dort mussten alternative Indikatoren gewählt werden.

Zudem wurde das Ziel- und Indikatorenset im Vergleich zur nationalen Nachhaltigkeitsstrategie punktuell ergänzt, um einerseits landespolitische Zuständigkeiten und Prioritäten angemessen abzubilden und andererseits auch die 17 internationalen Nachhaltigkeitsziele (Sustainable Development – SDGs), die auf das Zieljahr 2030 ausgerichtet sind, soweit aufzugreifen, wie diese Zuständigkeiten und Aufgaben des Landes Nordrhein-Westfalen adressieren. Dabei ist zu beachten, dass die zur Messung quantitativer Ziele ausgewählten Indikatoren (Zielindikatoren) nicht ein ganzes Themenfeld abdecken, sondern nur einzelne Aspekte eines oder teilweise auch mehrerer Themenfelder berühren. Einige unter Nachhaltigkeitsgesichtspunkten wichtige Entwicklungen (z. B. die demografische Entwicklung) werden über Indikatoren beobachtet, zu denen die Landesregierung keinen Zielwert festlegen kann oder möchte (Hintergrundindikatoren).

Nur SDG 10 (Ungleichheit u.a. zwischen den Staaten verringern), SDG 14 (Ozeane, Meere und marine Ressourcen) und SDG 16 (u.a. allgemeiner Zugang zur Justiz, effektive, rechenschaftspflichtige Institutionen auf allen Ebenen) werden teilweise nicht abgedeckt, da es hier an einer Zuständigkeit bzw. einer unmittelbaren Betroffenheit des Landes Nordrhein-Westfalen fehlt. Die 169 Unterziele (targets) zu den SDGs werden im vorgeschlagenen Ziel- und Indikatorenset bisher nur punktuell berücksichtigt. Diesbezüglich sollte abgewartet werden, wie der Bund diese Unterziele im Rahmen der nationalen Nachhaltigkeitsstrategie aufgreift.

Erster Bericht „Nachhaltigkeitsindikatoren Nordrhein-Westfalen“

Die Landesregierung von Nordrhein-Westfalen hat im Rahmen der Nachhaltigkeitsstrategie eine regelmäßige Berichterstattung festgelegt, deren Ziel es ist, mittels vereinbarter Indikatoren den Fortschritt bei der Umsetzung der Nachhaltigkeitsstrategie zu messen. Information und Technik Nordrhein-Westfalen (IT.NRW) – Geschäftsbereich Statistik – als zentrale Statistikstelle des Landes hat den Auftrag erhalten, zeitgleich mit der Veröffentlichung der Nachhaltigkeitsstrategie einen ersten Indikatorenbericht vorzulegen, der die Grundlage für eine regelmäßige Berichterstattung bildet.

Das Berichtssystem umfasst knapp 60 Indikatoren, die den 19 Handlungsfeldern der Nachhaltigkeitsstrategie zugeordnet sind, sowie 11 Hintergrundindikatoren. Der im Juni 2016 vorgelegte erste Bericht „Nachhaltigkeitsindikatoren Nordrhein-Westfalen“ wurde in Abstimmung mit allen betroffenen Ressorts erarbeitet. Er bildet die Grundlage für die Fortschreibung der Daten in den kommenden Jahren. Über das Internetportal Nachhaltigkeitsindikatoren NRW wird eine kontinuierliche Berichterstattung gewährleistet, so dass zwischen den schriftlichen Berichten auch aktuelle Entwicklungen berücksichtigt und Anpassungen erfolgen können.

Die Bundesregierung hat mit der neuen Deutschen Nachhaltigkeitsstrategie im Januar 2017 neue Ziele und Indikatoren für den Zeitraum bis 2030 festgelegt und damit auch einen wichtigen Bezugspunkt für die Umsetzung der internationalen Nachhaltigkeitsziele (SDGs) in Deutschland gesetzt. Die Landesregierung Nordrhein-Westfalen wird diese Anpassungen bei der Weiterentwicklung des Ziel- und Indikatorensets für Nordrhein-Westfalen berücksichtigen.

Ministerpräsident Armin Laschet übergibt Deutschen Nachhaltigkeitspreis an Gemeinde aus Nordrhein-Westfalen und an Marius Müller-Westernhagen.

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