Landesinitiative „NRW hält zusammen … für ein Leben ohne Armut und Ausgrenzung“

Unter der Leitinitiative „NRW hält zusammen für ein Leben ohne Armut und soziale Ausgrenzung“ sollen Armutsrisiken verringert und eine gerechte Einkommensverteilung gefördert werden. In diesen Bereich fallen auch die Förderung frühkindlicher Bildung und die bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf.

Junge mit Basketball

Wirtschaft und Arbeitsmarkt haben sich in Deutschland und Nordrhein-Westfalen in den letzten Jahren positiv entwickelt. Die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten hat einen neuen Höchststand erreicht. Den meisten Menschen geht es gut, sie können sich und ihren Kindern einen guten Lebensstandard bieten und sich am sozialen, kulturellen, wirtschaftlichen und politischen Leben beteiligen. Dem gegenüber stehen jedoch viele Menschen, an denen diese positiven Entwicklungen vorbei gehen: Immer mehr können aufgrund von Arbeitslosigkeit, aber auch immer häufiger trotz Arbeit, ihren Lebensunterhalt nicht selbst ausreichend finanzieren. Die Bekämpfung von sozialer Ungleichheit, Armut und sozialer Ausgrenzung in NRW ist und bleibt daher eine wichtige und dauerhafte politische sowie gesellschaftliche Aufgabe.

Wichtige Wechselwirkungen zu anderen Handlungsfeldern

Bei der Prävention und Bekämpfung von Armut und sozialer Ausgrenzung ergeben sich zahlreiche Wechselwirkungen mit anderen Politikfeldern, so z. B. im Verhältnis zur Bildung und Arbeitswelt, aber auch zu Fragen der Umweltgerechtigkeit und der Gesundheit. In Quartieren, in denen sich Haushalte mit geringem Einkommen konzentrieren, sind häufig erhöhte Umweltbelastungen (Lärm, Luftschadstoffe, bioklimatische Belastungen) und ein schlechterer Zugang zu Umweltressourcen (z.B. Freiflächen) zu beobachten. Dies ist mit erheblichen Gesundheitsrisiken für die betroffene Bevölkerung verbunden. Das Thema Umweltgerechtigkeit, die Zusammenhänge zwischen Umwelt, Gesundheit und sozialer Lage, ist einer der Schwerpunkte des Masterplans Umwelt und Gesundheit NRW, der zurzeit erarbeitet wird.

Jugendliche vor Graffitiwand

Mittelfristige Ziele

Ziel der Landesinitiative „NRW hält zusammen … für ein Leben ohne Armut und Ausgrenzung“ ist eine gerechte und soziale Gesellschaft sowie ein offenes und vielfältiges Land, in dem alle die gleichen Chancen auf gesellschaftliche Teilhabe haben. Angestrebt wird zudem ein Ausbau der Armutsvorbeugung und in Zusammenarbeit mit dem Modellvorhaben „Kein Kind zurücklassen! Kommunen in NRW beugen vor“ (KeKiz) die Entwicklung von Präventionsketten, mit denen die unterschiedlichen Zielgruppen erreicht, Hilfen insbesondere im Lebens- und Sozialraum der Menschen angeboten und die unterschiedlichen altersbedingten Lebenslagen berücksichtigt werden.

Maßnahmen/Instrumente/Finanzen

Die Landesregierung bekämpft im Rahmen der Landesinitiative „NRW hält zusammen – für ein Leben ohne Armut und Ausgrenzung“ mit zahlreichen Projekten, Maßnahmen und Aktivitäten unmittelbare und mittelbare Armut sowie soziale Ausgrenzung. Hierfür sind beispielhaft

  • die Fachstelle für sozialraumorientierte Armutsbekämpfung (FSA),
  • das Aktionsprogramm gegen Obdachlosigkeit, oder der
  • Härtefallfonds „Alle Kinder essen mit“

zu nennen.

Des Weiteren werden zur Bekämpfung von Armut im Sozialraum u. a. auch die Möglichkeiten der europäischen Strukturfonds genutzt. Die Europäische Union verfolgt mit diesen Fonds u. a. auch die Bekämpfung von Armut und sozialer Ausgrenzung. So können z. B. durch die Bündelung und Ausrichtung der EU-Fonds und der Förderprogramme der Bundes- und Landesregierung (bis zum Jahr 2020) im Rahmen des Aufrufs „Starke Quartiere – starke Menschen“ Maßnahmen für früh ansetzende Hilfen für Kinder, Jugendliche und Familien, für eine Verbesserung des öffentlichen Raums und Wohnumfeldes, für die ökologische Revitalisierung oder den Auf- und Ausbau kommunaler Präventionsketten verwirklicht werden. Bevorzugt werden Projekte gefördert, die einen Modell- oder Vorbildcharakter haben.Darüber hinaus fördert die Landesregierung Projekte und Maßnahmen, bei denen Kinder, Jugendliche und ihre Familien, die in benachteiligten Quartieren leben besonders im Fokus stehen. Da diese Personengruppen beson-ders häufig von Armut und Ausgrenzung betroffen sind und ihr Armutsrisiko seit Jahren steigt, sollen ihre Teilhabechancen und Lebensperspektiven verbessert werden.

 

Der Termin für die nächste NRW-Nachhaltigkeitstagung wird zeitnah angekündigt.

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