Biodiversitätsstrategie

Der Verlust an biologischer Vielfalt ist neben dem Klimawandel eine unserer zentralen Herausforderungen für unsere gesamte Gesellschaft. Mit der Biodiversitätsstrategie NRW hat die Landesregierung hat den ersten Baustein der neuen Artenschutzpolitik für Nordrhein-Westfalen auf den Weg gebracht. Nach der letzten Erhebung zur „Roten Liste der gefährdeten Arten in NRW“ sind mittlerweile knapp 45 Prozent der heimischen Tiere, Pilze und Pflanzen gefährdet, vom Aussterben bedroht oder bereits ausgestorben. Auch wertvolle und einzigartige Lebensräume sind gefährdet. In der Biodiversitätsstrategie sind rund 150 Maßnahmen für einen ambitionierten Artenschutz und den besonderen Schutz wertvoller Lebensräume für Tiere und Pflanzen für das nächste Jahrzehnt festgelegt.

Geschützte Arten

Nordrhein-Westfalen beherbergt mit über 43.000 verschiedenen Tier-, Pilz-und Pflanzenarten eine große biologische Vielfalt. Dennoch stehen aktuell rund 45 % der untersuchten Arten auf der Roten Liste NRW. Lediglich rund 40 % der in Nordrhein-Westfalen anzutreffenden europaweit geschützten Arten befinden sich in einem günstigen Erhaltungszustand. Bei den europa -weit geschützten Lebensraumtypen befinden sich im Tiefland nur 21 % in einem günstigen Erhaltungszustand, im Bergland sind es dagegen 66 % der Lebensraumtypen.

Die große Herausforderung besteht darin, in den nächsten Jahren den Rück-gang der biologischen Vielfalt aufzuhalten und den negativen Trend der letzten Jahrzehnte wieder umzukehren. Insbesondere ist die Flächennutzung so zu gestalten, dass Aspekte des Biodiversitätsschutzes verstärkt miteinbezogen

werden sowie die Neuinanspruchnahme von Freiflächen begrenzt wird. Die Bevölkerung muss von der Dringlichkeit des Schutzes von Natur und Landschaft überzeugt und zum aktiven Handeln bewegt werden. Es ist daher erforderlich, dass die Erhaltung der biologischen Vielfalt noch stärker als bisher als gesamtgesellschaftliche Aufgabe verstanden und gelebt wird. 

Geschützte Pflanzenarten

Wichtige Wechselwirkungen zu anderen Handlungsfeldern

Der Klimawandel hat Auswirkungen auf die biologische Vielfalt, die Zusammensetzung von Lebensgemeinschaften und die Verbreitung der Arten in Nordrhein-Westfalen. Aus diesem Grund ist der Aufbau eines landesweiten Biotopverbundes von entscheidender Bedeutung, um klimasensiblen Arten Ausweichbewegungen in für sie klimatisch und ökologisch geeignete Räume zu ermöglichen. Der Schutz des Klimas durch den Umstieg auf Erneuerbare Energien kann sich auf die biologische Vielfalt auswirken. Die Erzeugung regenerativer Energien erfordert daher eine vorausschauende und abgestimmte Planung, damit sie naturverträglich erfolgt. Der Schutz, die Entwicklung und das Erlebbarmachen einer urbanen vielfältigen Natur sowie die Erhaltung von Grünflächen in den städtisch geprägten Siedlungsbereichen erhöhen die Lebensqualität der Bürgerinnen und Bürger.

Mittelfristige Ziele

Der Rückgang der biologischen Vielfalt soll aufgehalten und die biologische Vielfalt wieder gesteigert werden. Dazu sollen insbesondere folgende konkrete Ziele verfolgt werden:

  • Die Mehrzahl der Lebensräume und Arten soll sich in einem günstigen Erhaltungszustand befinden: Um dieses Ziel zu erreichen, soll zum einen bis 2030 der Anteil der Rote-Liste-Arten des entsprechenden Indikators auf 40 % reduziert werden. Zum anderen soll bis 2030 die Artenvielfalt in allen Landschaftsräumen (Indikator Artenvielfalt und Landschaftsqualität) erhöht werden.
  • Sicherung naturschutzwürdiger Flächen: Noch nicht gesicherte naturschutzwürdige Flächen werden auf Grundlage der in den Regionalplänen dargestellten Bereiche für den Schutz der Natur (sog. BSN-Flächen) gesichert. Bis 2030 soll ein Anteil der Biotopverbund-fläche NRW (Naturschutzgebiete, Nationalparke, FFH- und Vogelschutzgebiete) von 15 % der Landesfläche erreicht werden (aktuell ca. 11,5 %). Der darin enthaltene Anteil der Naturschutzgebiete (derzeit ca. 8 %) soll dabei so weit erhöht werden, wie das für die Umsetzung der BSN-Ausweisungen in den Regionalplänen notwendig ist.
  • Erhöhung der Stabilität und Anpassungsfähigkeit der Wälder: Bis 2030 soll der Anteil reiner Nadelwaldbestände auf unter 20 % abgesenkt werden.

Maßnahmen/Instrumente/Finanzen

Die Biodiversitätsstrategie NRW mit rund 150 Zielen und Maßnahmen wurde im Januar 2015 vom Landeskabinett verabschiedet. Als nächster Schritt erfolgt die Umsetzung der Strategie in Kooperation mit den unterschiedlichen Akteuren. Die Landesregierung hat den Naturschutz-Etat von 2010 bis 2013 von 18 auf 36 Mio. € verdoppelt. Mit diesem Budget werden die Ziele der Landesregierung im Naturschutz umgesetzt sowie die Biodiversitätsstrategie NRW und in diesem Zusammenhang auch der Ausbau des landesweiten Biotopverbunds realisiert.

 

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