Politik und Verwaltung

Eröffnungszeremonie und Bürgerfest zum Start der Grünen Hauptstadt Europas

„Erlebe dein grünes Wunder“ – unter diesem Motto präsentiert sich die Ruhrpott-Metropole Essen als neue Grüne Hauptstadt Europas 2017. Essens Oberbürgermeister Thomas Kufen nahm die Ernennungsurkunde in einer feierlichen Zeremonie in Anwesenheit von NRW-Umweltminister Johannes Remmel, Bundesumweltministerin Barbara Hendricks, dem EU-Umweltkommissar Karmenu Vella und zahlreichen Gästen entgegen.

Ob Baldeney-See, Margarethenhöhe, Zeche Zollverein oder Grugapark – Essen steht heute für vielfältige Natur und Kultur. Wo früher vor allem Hochöfen und Schlote das Bild der Stadt prägten, hat der Transformationsprozess der vergangenen Jahrzehnte eine grüne Stadt mit hohem Erholungswert geschaffen. Das betonte auch EU-Umweltkommissar Karmenu Vella in seiner Laudatio: Essen habe den Zuschlag als grüne Hauptstadt in diesem begehrten Wettbewerb aufgrund seiner Leistungen verdient gewonnen. Der Wandel von einem hochgradig industrialisierten Standort zu einer der grünsten oder nachhaltigsten Städte Nordrhein-Westfalens sei beindruckend, so der EU-Kommissar weiter.

NRW-Umweltminister Johannes Remmel betonte die Bedeutung von Essen als Vorbild für andere Städte, die den Strukturwandel noch vor sich haben. Dies sei vor allem ein Verdienst der Bürgerinnen und Bürger von Essen, die viel zur urbanen Lebensqualität beitragen. Aber auch öffentliche Investitionen spielen eine wichtige Rolle: Essen, so Remmel weiter, stehe mit der Renaturierung der Emscher auch für eine der größten Umweltmaßnahmen Europas, bei der rund vier Milliarden Euro bis 2020 investiert werden. So würden Aspekte der Naherholung und Biodiversität zugleich gefördert und Essen als Stadt noch lebenswerter.

Wie wichtig gerade Städte für die Eingrenzung der Folgen des Klimawandels sind, betonte Bundesumweltministerin Barbara Hendricks. Früher habe es hierzulande im Schnitt acht Hitzetage pro Jahr, also Tage mit Temperaturen von mehr als 30 Grad Celsius, gegeben. Heute sei die Zahl auf 14 bis 16 Tage angestiegen. Städte haben aufgrund ihrer Bebauung im Schnitt vier Grad höhere Temperatur als das Umland und sind folglich davon noch stärker betroffen. Diese Hitzephasen haben schwerwiegende Folgen für die Gesundheit und Versorgung der Bürgerinnen und Bürger. Grünanlagen und Wasserflächen in der Stadt sind deshalb für das Wohlbefinden enorm wichtig.

Die feierliche Eröffnung bildete den Auftakt zu einem Bürgerfest im Grugapark, das nach Angaben der Stadt Essen an beiden Tagen 30.000 Menschen besuchten. Neben imposanten Lichtinstallationen erlebten sie dort auch zahlreiche Tanz- und Theaterperformances und konnten Informationsstände oder Ausstellungen besuchen.

Insgesamt erwarten die Besucherinnen und Besucher der Stadt Essen in 2017 mehr als 300 Projekte und Veranstaltungen wie Events, Fachkongresse und Bürgerprojekte im gesamten Stadtgebiet. Zwei Höhepunkte hob Oberbürgermeister Thomas Kufen bei der Eröffnungszeremonie besonders hervor: So wird erstmals seit 46 Jahren der Baldeney-See wieder für Badegäste freigegeben. Im Sommer wird ganz Essen beim „Tag der Bewegung“ unter dem Motto nachhaltiger Mobilität stehen. An dem Aktionstag wird unter anderem der Innenstadtring für die Fußgänger freigegeben.

Mit dem Titel „Grüne Hauptstadt“ zeichnet die Europäische Union seit 2010 Städte aus, die eine Vorreiterrolle im umweltfreundlichen städtischen Leben einnehmen. Essen ist nach Hamburg die zweite deutsche Stadt, die ausgezeichnet wurde.

 

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