Politik und Verwaltung

Schluss mit Kükentöten: Neue Ära tierschutzfreundlicher Eiererzeugung wurde eingeläutet

Die nordrhein-westfälische Landwirtschaftsministerin Ursula Heinen-Esser begrüßte den vom Bundestag beschlossenen Ausstieg aus der Kükentötung: „Das Ende des massenhaften Tötens männlicher Küken war überfällig. Der Ausstieg im Jahr 2022 ist ein Meilenstein für den Tierschutz. Damit wird eine neue Ära tierschutzfreundlicher Eiererzeugung eingeläutet. Jetzt muss die Wirtschaft schnellstmöglich auf inzwischen marktreife tierschützende Praktiken bei der Legehennen-Erzeugung umsteigen. Und den Verbraucherinnen und Verbrauchern muss der Tierschutz ein paar Cent mehr wert sein", so die Ministerin.

Vorausgegangen waren Initiativen Nordrhein-Westfalens in den zurückliegenden Jahren, um das Ende der tierschutzwidrigen Praxis des Kükentötens zu forcieren. Ministerin Heinen-Esser rief Verbraucherinnen und Verbraucher dazu auf, schon heute zu Alternativen zu greifen, bei denen keine männlichen Küken getötet werden mussten. So werden beispielsweise Eier angeboten, bei denen die männlichen Brüderhähne der Legehennen mit aufgezogen und als Hähnchen vermarktet werden.

Darüber hinaus unterstützt das Land die Forschung und Aufzucht sogenannter Zweinutzungshuhn-Rassen. Hier legen die Hennen zwar weniger Eier, die männlichen Tiere setzen dafür jedoch auch Fleisch an und sind somit ebenfalls als Hähnchen nutzbar. Erfolgreiche Brutversuche wurden unter anderem von der Lehr- und Forschungsstation Frankenforst der Universität Bonn durchgeführt. In einem Praxistext soll nun ermittelt werden, wie viele Eier die Hennen legen und wie gut die männliche Küken mästbar sind.

Auf Veranlassung des nordrhein-westfälischen Landwirtschaftsministeriums hatten im Jahr 2013 die zuständigen Veterinärämter Brütereien die Tötung männlicher Eintagsküken in Nordrhein-Westfalen untersagt. Dagegen klagten Unternehmen, woraufhin das Verwaltungsgericht Minden und das Oberverwaltungsgericht Münster im Jahr 2016 die Untersagungsverfügungen als rechtswidrig aufgehoben und die Tötung männlicher Eintagsküken in Brütereien als gesetzeskonform eingestuft haben. Sie sei nach Abwägung aller Belange tierschutzrechtlich nicht zu beanstanden. Daraufhin wurde auf Veranlassung des nordrhein-westfälischen Landwirtschaftsministeriums das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig angerufen, welches im Juni 2019 im Revisionsverfahren die Tötung männlicher Eintagsküken nur für übergangsweise zulässig erklärte. Grundsätzlich sei das Töten männlicher Eintagsküken nicht vereinbar mit dem Tierschutzrecht.

    Weiterführende Informationen

  • Einen Überblick über mögliche Alternativen beim Eierkauf bietet die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen.

Die nordrhein-westfälische Landwirtschaftsministerin Ursula Heinen-Esser begrüßte den vom Bundestag beschlossenen Ausstieg aus der Kükentötung: „Das...

mehr

Bereits seit 2015 emittiert das Land Nordrhein-Westfalen Nachhaltigkeitsanleihen und gehört somit zu einem der Vorreiter in diesem Markt. Das Land hat...

mehr

Die Landesregierung Nordrhein-Westfalen hat eine aktualisierte und um wichtige Zukunftsthemen ergänzte Nachhaltigkeitsstrategie beschlossen. Mit...

mehr

Umweltministerium startet neuen Förderwettbewerb „InnovationUmweltwirtschaft.NRW“ und gibt geförderte Projekte im laufenden Sonderprogramm...

mehr

Am 25. Juni 2020 startet die Bewerbungsphase für den neuen Umweltwirtschaftspreis.NRW. Kleine und mittlere Unternehmen mit Hauptsitz in NRW können...

mehr

Plastik wird in der Regel aus Erdöl hergestellt. Aber auch diese Branche lässt sich dekarbonisieren: Das Familienunternehmen BeoPlast Besgen GmbH aus...

mehr

Zwei Tage BNE pur. Am 16. und 17. April 2021 fand das BNE-Festival NRW erstmals online statt. Das attraktive Programm rund um eine Bildung für...

mehr

Der Rat für Nachhaltige Entwicklung und die Regionalen Netzstellen Nachhaltigkeitsstrategien (RENN) haben wegen der Coronavirus-Pandemie einige...

mehr

Das vom 1. bis 3. April 2020 in Bonn geplante Global Festival of Action for Sustainable Development der UN wird verschoben. Die...

mehr

Das Land Nordrhein-Westfalen wurde von der Fachzeitschrift „GlobalCapital“ mit dem Preis als beste regionale staatliche Emittentin von...

mehr

Das Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz des Landes Nordrhein-Westfalen und der AAV - Verband für Flächenrecycling und...

mehr

Nordrhein-Westfalen ist ein weltoffenes Land. Rund ein Drittel der Menschen, die hier leben, haben eine Einwanderungsgeschichte. Unter dem Titel...

mehr

heute handeln.

Gemeinsam für

nachhaltige Entwicklung in NRW

Stiftung Umwelt und Entwicklung NRW Landesarbeitsgemeinschaft Agenda 21 NRW Bertelsmann Stiftung Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie