Politik und Verwaltung

OECD-Bericht analysiert den Fortschritt der Mitgliedsstaaten bei der Umsetzung der SDGs

Die für 2030 gesteckten UN-Ziele für Nachhaltige Entwicklung („Sustainable Development Goals“, SDGs) stellen auch leistungsfähige Volkswirtschaften vor Herausforderungen. Besonders beim Kampf gegen Armut und Jugendarbeitslosigkeit, bei Bildung und Ausbildung, bei der Gleichberechtigung von Mann und Frau sowie bei mathematischen Kompetenzen sind auch einige OECD-Länder noch weit von der Erreichung der Ziele entfernt. Das hat die OECD-Studie „Measuring Distance to the SDG Targets 2019: An Assessment of Where OECD Countries Stand“ ergeben.

Der am 20. Mai 2019 veröffentlichte Bericht analysiert den Fortschritt der einzelnen Länder für alle 17 SDGs und die ihnen zugrundeliegenden 169 Vorgaben. Im Ergebnis zeigt sich, dass die meisten OECD-Länder bei grundlegenden Dienstleistungen wie Zugang zu Strom oder mobile Diensten oder bei der Entsorgung von Abwasser und Müll vergleichsweise gut dastehen. Auch die Ziele zu Mütter- und Kindersterblichkeit haben die Länder erreicht, und es gibt Fortschritte bei der Bekämpfung von tödlichen Infektionskrankheiten wie HIV/Aids, Tuberkulose oder Hepatitis B und bei der Reduzierung tödlicher Verkehrsunfälle. Weniger gut sieht es dagegen bei einigen Zielen zur Gleichberechtigung und zum Abbau von Ungleichheit aus. In einigen OECD-Ländern gibt es hier sogar einen negativen Trend.

So sank in einer Reihe von Ländern die Beschäftigungsrate. Auch wuchsen Wirtschaft und Produktivität nicht mehr so dynamisch. 14 Prozent der Menschen in den OECD-Ländern leben in Armut, und bei etwa einem Viertel der 15-jährigen und der Erwachsenen mangelt es an grundlegenden mathematischen Kompetenzen. In jedem dritten OECD-Land nimmt Fettleibigkeit zu. Und in 13 OECD-Ländern sinkt die Impfrate, was das Risiko von Krankheiten erhöht, die bereits als ausgerottet galten. Zudem nimmt in zwei von drei OECD-Ländern die Zahl der bedrohten Arten zu.

Deutschland erfüllt derzeit 20 Vorgaben vollständig, Österreich 17 und die Schweiz 26. In vielen Bereichen sind die drei Staaten nah dran, weitere Vorgaben vollständig zu erfüllen. In einem Prozent (Deutschland) bzw. zwei Prozent (Österreich und Schweiz) der Vorgaben sind diese Länder jedoch weit von der Zielmarke entfernt. Das betrifft in allen drei Fällen den Tabakkonsum und im Falle Deutschlands und Österreichs die gesetzlichen Rahmenbedingungen für die Gleichstellung der Geschlechter. Alle drei schneiden bei nachhaltiger Produktionsweise besonders gut ab.

    Weiterführende Links

  • Sie können die komplette englischsprachige Studie, eine Zusammenfassung oder Länderberichte zu Deutschland, Österreich und der Schweiz und weiteren Ländern auf der Internetseite der OECD lesen.
  • Über den SDG-Pathfinder der OECD finden Sie weiteres Material zu den 2030-Nachhaltigkeitszielen, und darüber hinaus Links zu vielen verwandten Inhalten der ITU, der Nordic Co-operation, der OECD, des Commonwealth, der UN und der Welthandelsorganisation WTO.

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