Politik und Verwaltung

Nachhaltige und klimaneutrale Verwaltung der Zukunft: LANUV als Modellbehörde für nachhaltige Mobilität, Gebäude, Beschaffung, Kantinenbetriebe und Personalentwicklung

13 Elektroautos im Fuhrpark, eine Photovoltaikanlage zur Stromerzeugung am Standort Duisburg, ein nachhaltiges Abfallmanagement oder Kantinenbetriebe mit saisonalen und regionalen Speisen: Das sind vier Beispiele für bereits umgesetzte Maßnahmen des Landesamtes für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz (LANUV) für die Entwicklung hin zu einer nachhaltigen und klimaneutralen Verwaltung. Diese und weitere Maßnahmen sind Bestandteil des LANUV-Modellprojektes "Nachhaltige Verwaltung der Zukunft", fachlich und finanziell unterstützt durch die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) und das Umweltministerium des Landes Nordrhein-Westfalen. Zentrales Element des Projektes ist die Entwicklung eines betrieblichen Umwelt- und Nachhaltigkeitsmangements, an dem sich andere Institutionen orientieren können, um ein eigenes System zum nachhaltigeren Wirtschaften aufzubauen. Das Konzept zum betrieblichen Umwelt- und Nachhaltigkeitsmanagement wurde heute (Mittwoch, 13. Februar 2019) in den Düsseldorfer Rheinterrassen vorgestellt.

 

 

"Die Landesverwaltung muss bei ihrem eigenen Handeln mit gutem Beispiel vorangehen", erklärte Umweltministerin Ursula Heinen-Esser. "Das LANUV kann dabei als Blaupause dienen, wie nachhaltiges und klimaneutrales Wirtschaften in einer Landesbehörde umgesetzt werden kann. Diese Blaupause kann dann auch beispielhaft sein für andere Behörden und öffentliche Einrichtungen, um Ideen und Anstöße zu geben, wie Nachhaltigkeit in einer Institution gelebt werden kann."

"Für eine lebenswerte Zukunft brauchen wir Lösungsansätze wie die des LANUV", betonte DBU-Generalsekretär Alexander Bonde. "Nur durch gemeinsames Erarbeiten und Ausprobieren von Konzepten lässt sich unser Verhalten im Sinne einer ökologischen, sozialen und wirtschaftlichen Entwicklung verändern, sodass schrittweise eine neue, nachhaltigere Alltagsroutine verwirklicht werden kann." Vor allem die frühzeitige und aktive Beteiligung der Belegschaft und die Durchführung der zusammen erarbeiteten Maßnahmen in zentralen Handlungsfeldern wie Mobilität und Kantinenbetrieb würden überzeugen. Ein solches Leuchtturmprojekt zeige, wie ehrgeizige internationale Nachhaltigkeitsziele in konkretes Handeln vor Ort übersetzt werden könnten. "Ich wünsche allen Beteiligten, dass das Projekt auch andere Verwaltungen zur Nachahmung motiviert", sagte Generalsekretär Bonde.

LANUV-Präsident Dr. Thomas Delschen ist erfreut darüber, dass das zweijährige Modellprojekt so viele gute Ergebnisse erbracht hat und nun die nächste Umsetzungsphase beginnen kann: "Wir haben Konzepte entwickelt und umgesetzt zum Strom sparen, zur Abfallsammlung und -vermeidung, zur betrieblichen Mobilität und dem Aufbau eines Pendlerportals für die Landesverwaltung. Nun geht es um die Verstetigung dieser Prozesse. Dabei steht für uns im Vordergrund, mit einem professionellen Umwelt- und Nachhaltigkeitsmanagement die vielen einzelnen Prozesse systematisch und strukturiert anzugehen, um unsere Bemühungen und Erfolge auch messbar zu machen."

Das betriebliche Umwelt- und Nachhaltigkeitsmanagement umfasst die fünf Handlungsfelder Gebäude- und Liegenschaftsmanagement, Mobilität, Beschaffungswesen, Kantinenbetriebe und Personalentwicklung und orientiert sich dabei an den Kernelementen des europäischen Umweltmanagements EMAS. In einem zweijährigen Prozess wurden dazu im LANUV gemeinsam mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern konkrete Nachhaltigkeitsziele hergeleitet, Maßnahmen entwickelt und die Zielerreichung an Hand von Indikatoren und Kennzahlen überprüft. Bei einer Befragung gaben gut drei Viertel der LANUV-Beschäftigten an, dass sie sich eher mit dem Arbeitgeber identifizieren, wenn dieser ein Nachhaltigkeitsmanagement verfolgt.

Erhoben wurden bei der Entwicklung des Nachhaltigsmanagements zum Beispiel Kennzahlen zum Strom- und Wasserverbrauch, zum Abfallaufkommen, den dienstlichen Fahrten, zur Nutzung von Weiterbildungsangeboten oder zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Neben der Umstellung des Fuhrparks auf Elektrofahrzeuge konnte mit der Kampagne "mission E" die Einsparung von Strom am Arbeitsplatz am Standort Essen um zehn Prozent erreicht werden. Als aktuellste Maßnahme wurde das Pendlerportal als Fahrgemeinschaftsbörse für rund 7.400 Beschäftigte an etwa 90 Standorten in der nordrhein-westfälischen Umwelt- und Wirtschaftsverwaltung eingeführt.

    Weiterführende Links: 

  • zum Projekt "Nachhaltige Verwaltung der Zukunft": www.lanuv.nrw.de
  • zur Veranstaltung "Nachhaltigkeit in öffentlichen Einrichtungen - Impulse für die Einführung und Umsetzung" am 13.2.2019 in Düsseldorf: PDF Download

Die Umsetzung der Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung und ihrer 17 Nachhaltigkeitsziele (Sustainable Development Goals, SDG) müsse Priorität auf...

mehr

„Nachhaltige Entwicklung ist eine Chance für Deutschland und die Welt“, erklärten Bundeskanzlerin Angela Merkel und die Regierungschefinnen und -chefs...

mehr

Neue Impulse für ein nachhaltiges Nordrhein-Westfalen. Unter diesem Motto diskutierten mehrere hundert Gäste auf der 7. NRW-Nachhaltigkeitstagung am...

mehr

Plastik wird in der Regel aus Erdöl hergestellt. Aber auch diese Branche lässt sich dekarbonisieren: Das Familienunternehmen BeoPlast Besgen GmbH aus...

mehr

Im Technologiezentrum Oberhausen trafen sich am Montagabend Vertreter von Unternehmen der Umweltwirtschaft zur Veranstaltung "Greentech.Ruhr - Das...

mehr

Die Wettbewerbe um den 11. Deutschen Nachhaltigkeitspreis haben begonnen. Mit Europas größter Auszeichnung für ökologisches und soziales Engagement...

mehr

„Ziele brauchen Taten“ heißt die neue Kampagne, die RENN.west im August 2019 gestartet hat. Ziel der Aktion der „Regionalen Netzstelle...

mehr

Vor bald genau vier Jahren, am 25. September 2015, wurde die Agenda 2030 mit ihren 17 UN-Nachhaltigkeitszielen (Sustainable Development Goals, SDGs)...

mehr

Die Regionale Netzstelle Nachhaltigkeitsstrategien West (RENN.west) und die Landesarbeitsgemeinschaft Agenda 21 (LAG 21 NRW) laden zur 6. Kommunalen...

mehr

Der ehemalige Bundesumweltminister, Exekutivdirektor des Umweltprogramms der Vereinten Nationen und Untergeneralsekretär der UN, Professor Dr. Klaus...

mehr

Acht ganz unterschiedliche Projekte sind für den Deutschen Nachhaltigkeitspreis Architektur nominiert worden. Der nach Ansicht der Ausrichter...

mehr

Osnabrück, Aschaffenburg und Bad Berleburg sind die Sieger des Wettbewerbs um den Deutschen Nachhaltigkeitspreis für Städte und Gemeinden 2020. Die...

mehr

heute handeln.

Gemeinsam für

nachhaltige Entwicklung in NRW

Stiftung Umwelt und Entwicklung NRW Landesarbeitsgemeinschaft Agenda 21 NRW Bertelsmann Stiftung Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie