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Bürgermeister Bernd Fuhrmann: Leitbild „Bad Berleburg 2030“ ist gleichzeitig Nachhaltigkeitsstrategie

Bad Berleburg ist mit dem Deutschen Nachhaltigkeitspreis für Städte und Gemeinden ausgezeichnet worden. Den Preis übergaben Nordrhein-Westfalens Umweltministerin Ursula Heinen-Esser und der Juryvorsitzende Dr. Günther Bachmann am 6. Oktober 2019. Wir haben mit Bad Berleburgs Bürgermeister Bernd Fuhrmann über das Leitbild „Bad Berleburg 2030“ gesprochen und ihn gefragt, welche Projekte er mit dem Preisgeld umsetzen möchte und welche Unterstützung er sich von Land und Bund wünscht.

Bürgermeister Bernd Fuhrmann, Bad Berleburg
Bürgermeister Bernd Fuhrmann, Bad Berleburg

 

Herr Fuhrmann, Bad Berleburg hat jüngst den Deutschen Nachhaltigkeitspreis in der Kategorie Kleinstädte und Gemeinden gewonnen. Dabei haben Sie mit Ihrem Leitbild „Bad Berleburg 2030“ überzeugt. Was verbirgt sich dahinter? Was ist Ihre Vision für Bad Berleburg in 2030?

Unser Leitbild „Meine Heimat 2030“ ist gleichzeitig unsere Nachhaltigkeitsstrategie. Wir verstehen in Bad Berleburg den Begriff „Nachhaltigkeit“ sehr umfassend und zum Beispiel nicht allein auf Themen wie Ökologie und Klimaschutz begrenzt. Beides gehört für uns selbstverständlich dazu, aber wir möchten auch nachhaltig wirtschaften und unsere Stadt und die Dörfer nachhaltig entwickeln. Deshalb haben wir sechs strategische Ziele festgehalten: „Arbeit und Wirtschaft“, „Demografie“, „Bildung“, „Finanzen“, „Mobilität“ und „Globale Verantwortung und Eine Welt“. Innerhalb dieser Themenfelder haben wir konkrete Maßnahmen für eine nachhaltige Entwicklung festgehalten, die wir in den nächsten Jahren umsetzen.

Das Leitbild ist im Rahmen des Projekts „Global Nachhaltige Kommune NRW“ entstanden. Was war Ihre Motivation, daran teilzunehmen?

Wir haben zunächst 2010 damit begonnen, ein erstes Leitbild zu entwickeln: „Meine Heimat 2020“. Dies ist mit breiter öffentlicher Beteiligung und Einbindung vieler Akteure aus Politik, Vereinen, Wirtschaft, Institutionen und Bevölkerung entstanden. Der Schwerpunkt lag damals auf der Haushaltskonsolidierung. In den vergangenen Jahren sind aber neue Herausforderungen dazugekommen, beispielsweise der inzwischen spürbare Klimawandel und die verstärkte Migration. Wir haben unser Leitbild deshalb als Modellkommune im Projekt „Global Nachhaltige Kommune NRW“ weiterentwickelt und neue Schwerpunkte gesetzt. Dies haben wir erneut mit breiter öffentlicher Beteiligung vor Ort und im Austausch mit anderen engagierten Kommunen in Nordrhein-Westfalen sowie mit kompetenten Partnern wie der LAG 21 und der Engagement Global gGmbH erarbeitet.

Das Ziel, die Stadt und die umliegenden Dörfer auch für die kommenden Generationen lebenswert zu erhalten, soll auch durch naturnahen und nachhaltigen Tourismus erreicht werden. Können Sie dafür Beispiele nennen?

Wir leben in Bad Berleburg in einer sehr waldreichen Region. 70 Prozent unserer Fläche sind Wald – bisher, muss man sagen, denn die Veränderung des Klimas macht unseren Wäldern sehr zu schaffen. Auf zahlreichen Wanderwegen können Einheimische und Touristen bei uns den Wald und seine positiven Effekte erleben und aktuell auch wahrnehmen, welche Auswirkungen der Klimawandel hat. Das ist für mich auch eine Form von nachhaltigem Tourismus, der durchaus zum Nachdenken anregen darf. Darüber hinaus sind wir auf dem Weg, uns als Premium-Wanderort zertifizieren zu lassen. Wir legen Wert auf naturbelassene Wege, auf Naturerlebnis und gleichzeitige Bildungsangebote für Kinder. Diese Angebote finden sich in Bad Berleburg zum Beispiel im neuen Infozentrum des Naturparks Sauerland Rothaargebirge oder bei der Wisent-Welt Wittgenstein. Flankiert wird dieses Angebot durch eine größer werdende Zahl von Anbietern regionaler Produkte und Lebensmittel wie dem Landmarkt Wittgenstein.

Als Gewinner des Deutschen Nachhaltigkeitspreises für Kommunen erhalten Sie eine Fördersumme über 30.000 Euro von der Allianz Umweltstiftung. Welche Projekte wollen Sie damit umsetzen?

Wir möchten das Preisgeld dazu nutzen, um das Thema Nachhaltigkeit für die Menschen in Bad Berleburg konkret erlebbar zu machen. Unsere Nachhaltigkeitsstrategie ist eine hervorragende Basis und eine Leitlinie, aber das, was wir dort vereinbart haben, muss für unsere Bürgerinnen und Bürger konkret sichtbar werden. Deshalb möchten wir Projekte und Ideen für unsere Ortschaften auch mit Unterstützung der Leader-Region Labor WittgensteinWandel und dem Jugendförderverein Bad Berleburg fördern. Welche das im Detail sein werden, werden wir in enger Abstimmung mit der Allianz Umweltstiftung entscheiden.

Welche Unterstützung wünschen Sie sich von der Landes- und Bundesregierung – nicht nur mit Blick auf die Umsetzung Ihres Leitbilds „Bad Berleburg 2030“, sondern auch mit Blick auf die globale Agenda 2030, die vor Ort in den Kommunen umgesetzt wird?

Es gibt schon gute Möglichkeiten der Unterstützung, beispielsweise durch das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung. Mit der Engagement Global gGmbH und ihrer Servicestelle für Kommunen in der Einen Welt bietet es zum Beispiel das Förderprojekt „Koordination kommunaler Entwicklungspolitik“ an, das auch bei uns in Bad Berleburg umgesetzt wird – inklusive einer geförderten Personalstelle, die hervorragend auf die bereits vorhandenen ehrenamtlichen Aktivitäten im Kirchenkreis Wittgenstein aufbauen kann.

Was ich erwarte, ist ein schnellerer Ausbau der Breitbandversorgung und der Mobilfunktechnik im ländlichen Raum. Wenn wir die Gleichheit der Lebensverhältnisse zwischen Stadt und Land erreichen wollen, ist moderne Technik unerlässlich. Wir wollen die Digitalisierung auch dazu nutzen, die Maßnahmen, die wir in unserer Nachhaltigkeitsstrategie festgehalten haben, umzusetzen. Dafür müssen allerdings die Voraussetzungen geschaffen werden. Wenn wir Nachhaltigkeit nicht nur ökologisch, sondern auch sozial und ökonomisch verstehen, gehört dies selbstverständlich dazu.

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