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„BioMentoren“ bieten gesunde Kantinen-Kost

Wer kennt es nicht – es ist Mittagszeit und der Magen knurrt. Viele zieht es dann zum Supermarkt oder Schnellimbiss um die Ecke oder zu Schnitzel und Pommes in der Kantine. An gesunden und ökologischen Alternativen scheint es zu mangeln. Das haben sich auch die Gründer des Netzwerks „BioMentoren“ gedacht: Ihre Idee ist, regionale Produkte in Bioqualität auf die Teller der Profi-Küchen von Betriebskantinen, Studierendenwerken und Co. zu bringen. Vom Rat für Nachhaltige Entwicklung (RNE) gab es dafür jetzt eine Auszeichnung.

 

 

Die Ansprüche der Deutschen an ihre täglichen Mahlzeiten sind zwiespältig: Einerseits sollen Gerichte unkompliziert in der Zubereitung und preiswert sein. Andererseits achten immer mehr Menschen auf ihre Ernährung und bevorzugen gesunde und regionale Produkte. Zu diesem Ergebnis kommt der Ernährungsreport 2017 im Auftrag des Bundeslandwirtschaftsministeriums. Besonders im Blickpunkt steht dabei das Mittagessen, weil es immer seltener zu Hause eingenommen wird. Jeder Fünfte der Befragten besucht in der Mittagspause eine Kantine. Doch viele Kantinen sind mit der Planung und Umsetzung von leckerer und gesunder Mittagsverpflegung überfordert.

Unterstützung in einer solchen Situation bietet das Netzwerk der „BioMentoren“. Die Gastronomen, Einkäufer und Köche dieser Initiative setzen in ihren bio-zertifizierten Betrieben auf vollwertige und regionale Produkte. Gleichzeitig bieten sie anderen Kantinenbetreibern, die ebenfalls mit Bio-Kost einsteigen wollen, konkrete Hilfestellungen und Beratungen. Dafür wurden sie jetzt mit dem Qualitätssiegel „Projekt Nachhaltigkeit 2017“ vom Rat für Nachhaltige Entwicklung (RNE) ausgezeichnet. Der Preis ehrt Initiativen, die einen besonderen Beitrag für die nachhaltige Entwicklung Deutschlands leisten.

Netzwerk wächst weiter

Die BioMentoren wurden 2004 im Rahmen der Kampagne „Natur auf dem Teller“ von engagierten Führungskräften aus Gemeinschaftsverpflegung und Gastronomie in NRW gegründet. Seitdem hat sich das Netzwerk stetig vergrößert und zählt mittlerweile bundesweit 21 Mitglieder. Sie kochen und arbeiten in Städten wie Oldenburg, München, Köln oder Frankfurt. „Derzeit ist Nordrhein-Westfalen die Region mit den meisten BioMentoren“, so Rainer Roehl, Koordinator der Initiative und Geschäftsführer des Beratungsunternehmens a´verdis. „Wir arbeiten daran, dass es demnächst auch neue Mitglieder aus den östlichen Bundesländern geben wird, dort sind wir mit den BioMentoren bislang noch nicht so stark vertreten.“ 

Vollwertige Biokost

Wie die BioMentoren arbeiten, zeigt das Beispiel der Diplom-Ökotrophologin Stefanie Limbach. Sie ist jüngstes Mitglied des Netzwerks und stellvertretende Leiterin der Talanx-Betriebskantine in Köln. Rund 1.200 Mittagessen gibt sie täglich mit ihrem Team in ihrer Kantine an die Mitarbeiter der Versicherung aus. Frische, gesunde und ausgewogene Gerichte für ihre Gäste – das spielt neben der Herkunft eine große Rolle für Limbach. „Ich übernehme Verantwortung für Gäste und Mitarbeiter, indem ich ihnen eine gesunde und nachhaltige Bio-Verpflegung anbiete“, so Limbach. Sie setzt sich aus Überzeugung für die Akzeptanz von Bio-Lebensmitteln in der Gemeinschaftsgastronomie ein. Dies macht sich besonders im Wareneinkauf bemerkbar: Der Bio-Anteil liegt in ihrer Kantine bei 85 Prozent, und ungefähr ein Drittel der Zutaten stammt direkt aus der Region. Für dieses Konzept wurde die Talanx-Kantine bereits mehrfach ausgezeichnet.

So hilft das Netzwerk weiter

Doch nicht nur die Verpflegung der Gäste steht bei den BioMentoren im Vordergrund. „Alle BioMentoren stehen ihren interessierten Kollegen mit Rat und Tat zur Seite und bieten Hospitationen in ihren Betrieben an“, erklärt Rainer Roehl. Auf diese Weise geben sie ihr Wissen weiter und unterstützen andere, die ihre Kantinen auch nachhaltig ausrichten wollen: „In der Arbeit der Mentoren spielen auch Fragen wie Gesundheit, Wirtschaftlichkeit oder Gerechtigkeit eine Rolle“, so Roehl weiter. Wer beispielsweise Bioprodukte einsetzen will, interessiere sich vor allem für Tipps bei den Themen Lieferanten und Einkaufskonditionen, so Roehl weiter. Darüber hinaus helfen die BioMentoren aber auch in puncto Marketing, denn es gilt, den Gästen die Vorteile der neuen Angebote richtig zu vermitteln.

„Das Netzwerk ist eine großartige Sache. Wir arbeiten alle in verschiedenen Bereichen und ergänzen und unterstützen uns gegenseitig bei verschiedenen Projekten“, betont BioMentor Ullrich Langhoff, der jetzt gemeinsam mit seiner Kollegin Doris Senf den Preis als „Transformationsprojekt“ vom Rat für Nachhaltige Entwicklung entgegennahm. Diese besondere Auszeichnung erhielten insgesamt nur vier der insgesamt 67 diesjährigen Projekt N-Preisträger.

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