Nachhaltigkeit in Nordrhein-Westfalen voranbringen!

6. NRW-Nachhaltigkeitstagung am 7. Mai in der Messe Essen 

Die Weiterentwicklung der NRW-Nachhaltigkeitsstrategie stand am 7. Mai 2018 im Zentrum der 6. NRW-Nachhaltigkeitstagung. Über 400 Akteure aus Politik, Kommunen, Wirtschaft, Wissenschaft und Zivilgesellschaft diskutierten im Congress Center Ost der Messe Essen, wie die Nachhaltigkeit in Nordrhein-Westfalen in den kommenden Jahren weiter vorangebracht werden kann. Als Veranstaltungsort hatten sich die Organisatoren in diesem Jahr bewusst für die Stadt Essen, die Grüne Hauptstadt Europas 2017, entschieden, in der Oberbürgermeister Thomas Kufen die Tagungsteilnehmenden herzlich begrüßte: „Wir konnten im vergangenen Jahr als Grüne Hauptstadt Europas 2017 deutlich machen, dass Nachhaltigkeit ein bedeutendes Thema in der Kommunalpolitik ist. Es war uns dabei sehr wichtig, am Beispiel der Essener Transformationsgeschichte auch die Wandlungskompetenz der ganzen Metropole Ruhr deutlich zu machen.“

Ministerpräsident Armin Laschet eröffnete die Tagung und hob die große Erfahrung hervor, die Nordrhein-Westfalen und insbesondere das Ruhrgebiet mit dem Wandel habe. „Wir wissen, wie wichtig es ist, einen Ausgleich zwischen Wirtschaft, Umwelt und sozialem Zusammenhalt zu schaffen. Wenn Nachhaltigkeit hier bei uns, an einem hoch entwickelten Industriestandort, in einem Ballungsraum gelingen kann, dann können wir auch weltweit Vorbild sein: für die Bewahrung der Schöpfung, für eine sozial ausgewogene Gesellschaft und für die Versöhnung von Ökonomie und Ökologie." Zudem kündigte Laschet an, dass sich die Landesregierung in Zukunft noch mehr an der Nachhaltigkeitsstrategie des Bundes orientieren möchte.

Im Anschluss ergänzte Christina Schulze-Föcking, Ministerin für Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz des Landes NRW, „Mit der Weiterentwicklung der NRW-Nachhaltigkeitsstrategie soll ein substanzieller, gemeinsamer Beitrag der Landesregierung zur Umsetzung der globalen Nachhaltigkeitsziele (Sustainable Development Goals/SDGs) und zur Nachhaltigkeitsstrategie der Bundesregierung geleistet werden.“ Die  große Resonanz auf die Tagung zeige, dass Nachhaltigkeit kein abstrakter Begriff mehr sei, sondern eng mit dem Alltag der Menschen verbunden sei. „Nachhaltigkeit ist ein ressortübergreifendes Querschnittsthema und längst in der Mitte der Gesellschaft angekommen. Jede und jeder kann seinen Beitrag leisten, um unser Land zukunftsfähig oder 'enkeltauglich' zu machen.“

Prof. Dr. Dirk Messner, Direktor des Deutschen Instituts für Entwicklungspolitik, warf einen globalen Blick auf Themen wie Nachhaltigkeitstransformation und Dekarbonisierung und plädierte dafür die Nachhaltigkeitsagenda als Modernisierungsagenda zu verstehen und die Chancen, auch die ökonomischen, in den Vordergrund zu stellen. Prof. Dr. Franz Josef Radermacher, Leiter des Forschungsinstituts für anwendungsorientierte Wissensverarbeitung in Ulm, wünschte sich mehr Realitätssinn und weniger Wohlfühldiskurse, wenn es um die Nachhaltigkeitsthematik im Kontext der globalen Entwicklung gehe. 

Perspektiven des nachhaltigen Wirtschaftens in Nordrhein-Westfalen standen im Mittelpunkt einer ersten Diskussionsrunde. Unter der Moderation von Dr. Tanja Busse stellten Dr. Daniela Büchel (Bereichsvorstand Handel Deutschland – Ressort HR/Nachhaltigkeit der REWE Group), Dr. Claus Rettig (Geschäftsführer Evonik Resource Efficiency GmbH), Prof. Dr. Manfred Fischedick (Vizepräsident Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie gGmbH) und Dr. Heinrich Bottermann (Staatssekretär im Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz NRW) ihre Unternehmens- und Branchen-Erfahrungen vor und diskutierten künftige Entwicklungsmöglichkeiten in NRW und Wünsche zur Unterstützung durch die Landesregierung. 

Die Poetry Slams von Bella Rosen und David Reschetow öffneten den Blick der Anwesenden für Aspekte des nachhaltigen Konsums und Stadtlebens. Gelegenheit zum Austausch und zur Vernetzung bot der „Markt der Möglichkeiten“, auf dem neue Ideen, Praxisbeispiele und Zukunftsvisionen präsentiert wurden. Der „Speakers’ Corner“ gab unterschiedlichen Akteuren Gelegenheit, ihre Nachhaltigkeitsprojekte in Kurzvorträgen vorzustellen. 

In sechs parallelen Workshops diskutierten die Teilnehmenden nachmittags über neue Herausforderungen, Ziele und Indikatoren für die nachhaltige Entwicklung in NRW. Impulse aus der Nachhaltigkeitsstrategie des Bundes wurden ebenso thematisiert wie die Implementierung der Nachhaltigkeitsziele auf kommunaler Ebene. Weitere Aspekte des Austauschs waren die Umweltwirtschaft als Impulsgeber für eine Circular Economy und die strukturelle Verankerung der Bildung für nachhaltige Entwicklung in NRW. Landtagsabgeordnete  aller Fraktionen waren eingeladen, sich in die Workshops aktiv einzubringen; bis auf die AfD haben alle Fraktionen sich mit einem Beitrag beteiligt.

Insbesondere über die Workshops hatten viele Tagungsteilnehmende die Möglichkeit, ihre Ideen und Anregungen in den Nachhaltigkeitsprozess in Nordrhein-Westfalen einzubringen.

Eine zweite Diskussionsrunde am Nachmittag nahm das Leben in der Stadt der Zukunft in den Blick. Sarah Primus (Vorsitzende des Landesjugendrings), Simone Raskob (Beigeordnete für Umwelt, Bauen und Sport der Stadt Essen), Olaf Tschimpke (stellvertretender Vorsitzender des Rats für Nachhaltige Entwicklung der Bundesregierung) und Prof. Dr. Uwe Schneidewind (Präsident des Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie gGmbH) stellten ihre Visionen vom Leben in einer nachhaltigen Stadt vor.

In seinem abschließenden Fazit fasste Dr. Heinrich Bottermann, Staatssekretär im Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz NRW, die wesentlichen Erkenntnisse der Tagung zusammen. Er dankte für die lebhaften Diskussion und die zahlreichen Impulse und stellte in Aussicht, ab Herbst 2018 auch Regionalforen zur Weiterentwicklung der NRW-Nachhaltigkeitsstrategie in der Fläche des Landes durchzuführen. Als weitere wichtige Themen für die Weiterentwicklung der Nachhaltigkeit in Nordrhein-Westfalen nannte der Staatssekretär die Digitalisierung und  die Verkehrswende. Nun wolle man die guten Ideen des Tages auswerten und in die Weiterentwicklung der NRW-Nachhaltigkeitsstrategie einbringen. Im Jahr 2019 soll auf der dann 7. NRW-Nachhaltigkeitstagung die erneuerte NRW-Nachhaltigkeitsstrategie vorgestellt und zur Diskussion gestellt werden. 

 
 
 
 

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